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Menschen vor Profite – ver.di fordert Düsseldorfer Stadtrat auf, …

Menschen vor Profite – ver.di fordert Düsseldorfer Stadtrat auf, Komplettprivatisierung der Sana-Kliniken abzulehnen.

Übergabe von Protestunterschriften am Donnerstag 12.12.2017

Am Donnerstag (14. Dezember 2017) soll der Düsseldorfer Stadtrat über die Komplettprivatisierung der Sana-Kliniken Düsseldorf entscheiden. Die Gewerkschaft ver.di fordert die Stadträte eindringlich auf, den Plan zum Verkauf der 49prozentigen Anteile der Stadt abzulehnen. »Damit würde die Stadt jeglichen Einfluss auf die ehemals kommunalen Kliniken verlieren«, warnte Wolfgang Cremer, Leiter des Fachbereichs Gesundheit im ver.di-Landesbezirk Nordrhein-Westfalen. Die Vertreter/innen der Stadt im Aufsichtsrat und in der Gesellschafterversammlung seien ein wichtiges Gegengewicht zur rein gewinnorientierten Ausrichtung des Sa-na-Konzerns. »Das muss erhalten bleiben. Schließlich geht es im Krankenhaus um Menschen – nicht um Gewinnmaximierung«, betonte Cremer. 

»Für den Verkauf der Anteile gibt es weder Anlass noch Grund«, kritisierte der Gewerkschafter die von Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) vorangetriebenen Verkaufspläne. »Die Sicherstellung einer guten öffentlichen Daseinsvorsorge darf nicht auf der Strecke bleiben, um Prestigeveranstaltungen wie den `Grand Departe´ der Tour de France zu finanzieren – dafür haben die Menschen keinerlei Verständnis.« 

Die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen – ins-besondere im Gesundheitswesen – schade sowohl den Beschäftigten als auch den Patientinnen und Patienten. »Für eine gute Patientenversorgung braucht es mehr Personal, nicht mehr Privatisierung«, so Cremer. Private Kliniken setzten noch stärker darauf, die Kosten durch Ausgliederungen, Tarifflucht und Arbeitsverdichtung zu senken. Auch durch die Unterstützung der Stadt sei es nach dem Austritt der Sana Klinken aus dem Arbeitgeberverband 2012 gelungen, das Tarifniveau zu halten. Das müsse auch in Zukunft sichergestellt sein. 

»Der Personalmangel und die Überlastung in den Krankenhäusern ist in aller Munde. Es wäre ein fatales Signal, wenn sich der Düsseldorfer Stadtrat in dieser Situation dafür entscheiden würde, die Kliniken voll-ständig an einen gewinnorientierten Konzern zu verkaufen«, sagte Cremer. Die Beschäftigten, der Betriebs-rat und die Gewerkschaft seien in die Pläne nicht ein-bezogen worden, kritisierte er. Alle Versuche der Betroffenen, mit dem Oberbürgermeister oder der Kämmerin in Kontakt zu treten, seien gescheitert. »Die Beschäftigten der Kliniken setzen sich täglich mit ungeheurem Engagement für die Gesundheit anderer Menschen ein. Sie haben einen wertschätzenden Umgang verdient.« 

»Der drohende Verkauf der städtischen Anteile sorgt unter den Beschäftigten für massive Unruhe«, berichtete Cremer. Innerhalb weniger Tage haben rund 670 Beschäftigte – zwei Drittel der gesamten Belegschaft – ei-ne Petition gegen die Komplettprivatisierung unter-zeichnet. Sie sollen vor der Stadtratssitzung am Donnerstag an Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) übergeben werden. Treffpunkt ist um 8:30 Uhr am Burg-platz. Die Presse ist herzlich eingeladen, der Termin eignet sich zur Bildberichterstattung.