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Tarifverhandlungen für NRW-Sicherheitsbranche

Tarifverhandlungen für NRW-Sicherheitsbranche

28.10.2016

Tarifverhandlungen für NRW-Sicherheitsbranche

ver.di fordert ein bis zwei Euro mehr

Lohngruppe für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Flüchtlingsheimen

In der nordrhein-westfälischen Sicherheitsbranche beginnen am Montag (31.10.) in Ratingen die Tarifverhandlungen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert für die 50.000 Beschäftigten der boomenden Branche eine Erhöhung der Stundenlöhne zwischen ein und zwei Euro für die unterschiedlichen Bereiche. Zudem sollen die Nachtarbeitszuschläge von derzeit fünf auf 25 Prozent und bei Dauernachtwachen auf 30 Prozent angeglichen werden.

Erstmals will ver.di einen festen Lohn für Sicherheitsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in Flüchtlingsheimen vereinbaren, der bei 14 Euro Stundenlohn liegen soll. Für diese Beschäftigungsgruppe müsse es auch höhere Investitionen in die Qualifizierung geben, fordert die Gewerkschaft. ver.di verhandelt derzeit in neun weiteren Landesbezirken Tarifverträge für die Sicherheitsbranche. Die Beschäftigtenzahl im Wach- und Sicherheitsgewerbe liegt bundesweit bei 250.000.

„Uns ist wichtig, dass alle Beschäftigten der Branche mit ihrem Einkommen auskommen und nicht nach 40 Jahren in der Grundsicherung landen“, erklärte ver.di-Verhandlungsführerin  Andrea Becker. Sie wies darauf hin, dass rund 70 Prozent der Beschäftigten derzeit nur 9,70 Euro in der Stunde bekommen. „Bei dieser Lohnhöhe ist Altersarmut vorprogrammiert. Das wollen wir verhindern“, sagte Becker. Die Gewerkschafterin kritisierte einen wachsenden Wettbewerb über Dumpingpreise im Wach- und Sicherheitsgewerbe, die wiederum als Argument für Lohndrückerei verwendet würden. „Die Branche hat es in der Hand, ordentliche Löhne über angemessene Preise zu finanzieren“, so die ver.di-Verhandlungsführerin.

Die Zahl des Sicherheitspersonals an Flughäfen, in Flüchtlingsheimen, bei Großveranstaltungen, Messen, im Objektschutz und bei Werksfeuerwehren ist allein in NRW von 2015 bis 2016 um 17.000 angestiegen. Gleichzeitig stieg der Umsatz der Branche im letzten Jahr auf fast sieben Milliarden Euro, Tendenz steigend.