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Sonntagsöffnung von Bibliotheken ginge zu Lasten der Schülerinnen …

Sonntagsöffnung von Bibliotheken ginge zu Lasten der Schülerinnen und Schüler

Verbands-Vorschlag lässt online-Aktivitäten unberücksichtigt 22.06.2016

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in NRW hat die Forderung des Verbandes der Bibliotheken nach einer Sonntagsöffnung öffentlicher Bibliotheken zurückgewiesen. „Bei gleichem Personalstand müssten dann die Öffnungszeiten in der Woche reduziert werden. Dies würde insbesondere zu Lasten der Nutzung durch Schülerinnen und Schüler gehen“, sagte Uwe Meyeringh, Fachbereichsleiter Bildung, Wissenschaft und Forschung bei ver.di NRW. Die Argumente des Bibliothekenverbandes nannte Meyeringh „wenig durchdacht“. Dass man die Sonntagsöffnung zur Literatursuche ohne Zeitdruck brauche, sei „der Stand von vorgestern“. Der größte Teil der Bestände öffentlicher Bibliotheken könne ausgeliehen und in aller Ruhe zuhause gelesen werden. Die in ver.di organisierten Bibliothekarinnen und Bibliothekare weisen darauf hin, dass mittlerweile alle öffentlichen Bibliotheken ihre Kataloge online veröffentlicht haben, so dass die Literatursuche auch vom eigenen Schreibtisch aus möglich ist. Außerdem könnten viele Medien mit dem Büchereiausweis via Internet an 24 Stunden und an 365 Tagen im Jahr bei den Stadtbibliotheken heruntergeladen werden. Dazu gehörten E-Books, Zeitungen, Filme und Hörspiele. Dieses Angebot steige stetig an.

„Wenn sonntags ausreichende Beratung für die Besucherinnen und Besucher angeboten werden soll, muss auch das entsprechende Fachpersonal vorhanden sei. Der erste Schritt des Verbandes der Bibliotheken sollte daher sein, gemeinsam mit ver.di für eine bessere Ausstattung der öffentlichen Bibliotheken mit Personal und Finanzen einzutreten“, erklärte Meyeringh.