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Doppelstreik an Uniklinik: Beschäftigte wollen Entlastung und …

Doppelstreik an Uniklinik: Beschäftigte wollen Entlastung und Mindest-Personalausstattung.

18.09.2017

Doppelstreik an Uniklinik: Beschäftigte wollen Entlastung und Mindest-Personalausstattung

Für gleichen Lohn in den Tochtergesellschaften

Zu einem ersten ganztägigen Warnstreik für einen Tarifvertrag Entlastung ruft die Gewerkschaft ver.di die Beschäftigten der Universitätsklinik Düsseldorf am Dienstag (19. September 2017) auf. Gleichzeitig sind auch die rund 700 Angestellten der beiden hundertprozentigen Tochtergesellschaften GKD und UKM der Universitätsklinik zum Warnstreik aufgerufen. „Der Arbeitgeber zeigt bisher keinerlei Bereitschaft, unserer Aufforderung zu Tarifverhandlungen über die Entlastung des Klinikpersonals nachzukommen“, sagte Gewerkschaftssekretär Jan von Hagen. „Den Beschäftigten bleibt daher kein anderer Weg als der Warn-streik, denn wir meinen es sehr ernst. Die Arbeitsbedingungen an der Uniklinik müssen sich im Interesse der Beschäftigten und der Patientinnen und Patienten sehr schnell verbessern“.

Konkret fordert ver.di für die Klinikbeschäftigten die Festlegung einer Mindestpersonalausstattung im Tarifvertrag sowie Regelungen zum Belastungsausgleich, falls die tarifvertraglichen Vorgaben nicht eingehalten werden. Zudem will die Gewerkschaft die Ausbildungsqualität verbessern, beispielsweise durch die Freistellung von Ausbilder/innen für die Zeit der praktischen Anleitung von Auszubildenden. Es müsse ausgeschlossen werden, dass Auszubildende für die Kompensation von Personalengpässen herangezogen werden.

Bei den hundertprozentigen Tochtergesellschaften GKD und UKM der Uniklinik gilt bisher überhaupt kein Tarifvertrag. „Es ist ein Unding, dass für die Beschäftigten, die die Reinigung, die Sterilisation der OP-Instrumente, den Krankentransport, die Sicherheit und Essensversorgung in der Uniklinik Düsseldorf sicherstellen, keine tarifliche Absicherung gelten soll“, sagt Herma Janßen, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di in Düsseldorf. „Trotz Lohnunterschieden von bis zu 600 Euro für die gleiche Tätigkeit beim Mutterkonzern ist der Arbeitgeber nicht bereit, über die Angleichung zu verhandeln. Eine betriebliche Altersvorsorge wird den Beschäftigten komplett verwehrt.“

„Die Beschäftigten der Krankenhäuser sind am Limit, die Arbeitsüberlastung ist unerträglich. Darauf hat ver.di immer wieder mit Aktionen und Appellen aufmerksam gemacht“, erklärte von Hagen. „Geredet wurde genug. Jetzt müssen die Klinikleitungen endlich aktiv werden und mit ver.di über einen Tarifvertag Entlastung verhandeln“. In verschiedenen Regionen der Bundesrepublik finden zeitgleich Streiks in Krankenhäusern statt, in anderen zeigten sich die Arbeitgeber gesprächsbereit.

Getrennt von der Tarifbewegung setzt sich ver.di auch auf politischer Ebene für verbindliche Personalvorgaben per Gesetz ein. Nach Berechnungen der Gewerkschaft müsste es für eine gute und sichere Versorgung 162.000 Stellen in Krankenhäusern mehr geben, davon 70.000 Pflegefachkräfte.

Hinweis für die Redaktion:

Die Streikenden treffen sich zur Auftaktkundgebung am Dienstag, den 19.09. ab 7:30 Uhr auf dem Moorenplatz. Ab 9:00 Uhr startet dann ein Demonstrationszug vom Moorenplatz zum Streiklokal „zakk“ in der Fichtenstr. 40. 

Weitere Informationen: www.klinikpersonal-entlasten.de