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Tarifverhandlung Wach- und Sicherheitsbranche - Streik an Flughäfen …

Tarifverhandlung Wach- und Sicherheitsbranche - Streik an Flughäfen und in Bewachung vermeiden

14.12.2016

Tarifverhandlung Wach- und Sicherheitsbranche Streik an Flughäfen und in Bewachung vermeiden

Als „entscheidende Verhandlung“ hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die dritte Tarifverhandlung für die 50.000 Beschäftigten des Wach- und Sicherheitsgewerbes in NRW am Mittwoch (14.12.) in Ratingen bezeichnet. „Wir müssen noch in diesem Jahr zu einem Ergebnis kommen, wenn Warnstreiks an den Flughäfen und im Bewachungsgewerbe vermieden werden sollen“, erklärte ver.di-Verhandlungsführerin Andrea Becker.

Die Arbeitgeberseite habe das Ziel einer Tarifeinigung noch vor Weihnachten vorgegeben. “Das erreichen wir nicht mit Angeboten in 10-Cent-Schritten und der Forderung nach Kompensation“, sagte Becker. „Mit Verhandlungen nach dem Motto ‚Linke Tasche, rechte Tasche‘ wird es nach dem Ablauf der Friedenspflicht am 31. Dezember 2016 nicht friedlich bleiben“, warnte die Gewerkschafterin. Bei einer Tagung in Hagen hatten über 70 Betriebsräte und Vertrauensleute aus dem Wach- und Sicherheitsgewerbe bekräftigt, die gewerkschaftlichen Forderungen „notfalls mit Streikmaßnahmen“ durchzusetzen.

ver.di fordert für die boomende Branche eine Erhöhung der Stundenlöhne zwischen ein und zwei Euro für die unterschiedlichen Bereiche. Strittig ist in NRW die Erhöhung der Nachtzuschläge, die derzeit bei fünf Prozent liegen. Hier sieht die Gewerkschaft ebenso großen Nachholbedarf wie bei den Löhnen der Luftsicherheitskontrollkräfte im Bereich Fracht, Personen- und Warenkontrolle an den Flughäfen.

„Wer sein Arbeitsleben in der Wach-und Sicherheitsbranche verbringt läuft Gefahr, auch bei langjähriger Beschäftigung in der Grundsicherung zu landen. Das wollen wir ändern. Die Beschäftigten müssen ihre Familien gut versorgen können und später eine auskömmliche Rente haben“, so Becker.

Erstmals will ver.di in dieser Tarifrunde einen festen Lohn für Sicherheitsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in Flüchtlingsheimen vereinbaren, der bei 14 Euro Stundenlohn liegen soll. Für diese Beschäftigungsgruppe müsse es auch höhere Investitionen in die Qualifizierung geben, fordert die Gewerkschaft. Neben NRW verhandelt ver.di derzeit in neun weiteren Landesbezirken Tarifverträge für die Sicherheitsbranche. Die Beschäftigtenzahl im Wach- und Sicherheitsgewerbe liegt bundesweit bei 250.000.