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Über 9.000 Euro weniger als nach Tarif

Amazon-Beschäftigte in Rheinberg streiken

Über 9.000 Euro weniger als nach Tarif

21.03.2017

Die Beschäftigten bei Amazon in Rheinberg sind heute (21.3.) nach dem Ende ihrer Betriebsversammlung in einen zweitägigen Streik bis Mittwochabend getreten. Mit der Arbeitsniederlegung sollen die Tarifverträge des Einzelhandels in NRW durchgesetzt werden. Zurzeit müssen beispielsweise die Picker und Packer des weltweit größten Online-Kaufhauses im ersten Jahr der Tätigkeit auf durchschnittlich 652,60 Euro im Monat verzichten, weil sie nicht nach dem gültigen Tarif bezahlt werden. Tarifliches Weihnachts- und Urlaubsgeld bekommen bei Amazon nicht einmal langjährig Beschäftigte. Der jährliche Gesamtverlust für Beschäftigte im ersten Tätigkeitsjahr beläuft sich auf über 9.000 Euro. Amazon lehnt bisher jede Tarifbindung für seine Beschäftigten ab. „Amazon ist der weltweit führende Online-Händler mit einem Umsatz im dreistelligen Milliardenbereich. Gleichzeitig verwehrt das Unternehmen seinen Beschäftigten eine Bezahlung nach Tarif. Amazon spielt bei den Gewinnen in der Champions League, zahlt die Leute aber wie in der Kreisliga“, erklärte Silke Zimmer, ver.di Fachbereichsleiterin für den Handel in NRW. 

Die Streikenden nutzen den heutigen „Tag gegen Rassismus!“ auch, um die Anzeigen von Amazon auf der rechten Internetseite „Breitbart“ zu thematisieren. Dort wird gegen Ausländer sowie Homosexuelle gehetzt. Frauen, die Verhütungsmittel verwenden, diffamiert „Breitbart“ als „Schlampen“. „Man muss untersuchen, warum Amazon die Rechtsradikalen durch Anzeigen unterstützt, zumal bei dem Online-Händler Menschen aus unterschiedlichsten Nationen friedlich zusammen arbeiten und auch streiken“, sagte Zimmer.